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Geschichte des Vereins
Windhundsportverein Berlin-Brandenburg e.V.
korporatives Mitglied im DWZRV
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Ein historischer Rückblick von Karl-Heinz Raboldt Während der Deutsche Windhundzucht- und Rennverband (DWZRV) eine Rechtsnachfolgerschaft des 1892 in Berlin gegründeten „Barsoi-Club zu Berlin“ für sich in Anspruch nehmen kann und einige Rennvereine wie z.B. der heutige „Köln- Solinger-Windhundsportverein e.V.“ oder der „Düsseldorfer Windhund-Rennverein e.V.“ nachweisbar 1921 gegründet wurden, war unser Verein viele Jahre lang auf der Suche nach seinen Wurzeln und seiner eigenen Identität. Niemand hat eine Art Chronik angelegt, oder wenigstens einige Vereinsdokumente gesammelt. Deshalb ist eine eindeutige Zuordnung eines Gründungsdatums für unseren Verein sehr schwer möglich, aber nicht unmöglich. Der heutige moderne Windhundsportverein Berlin-Brandenburg e.V. entstand 1997 durch den Zusammenschluss des Windhundrennvereins Berlin-Karlshorst e.V. mit dem Berliner Windhundrennverein (BWR ). Die Gründung des BWR ist durch das Datum des Eintrags in das Vereinsregister beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg am 6. Dezember 1973 dokumentiert. 1.Vorsitzender war damals Jörn Zillmann, 2.Vorsitzender war Heinz Kuppert, Rennleiter war Manfred Müller. Der ehemalige Windhundrennverein Berlin-Karlshorst e.V. (WBK) wurde auf der Mitgliederversammlung am 4. Januar 1991 gegründet und am 14. Februar 1991 beim o. g. Amtsgericht in das Vereinigungsregister eingetragen. Davor gab es für unseren Verein ein kurzes Zwischenstadium unter anderen Namen. Als im Oktober 1989 in Berlin die Mauer fiel und im Verlaufe der politischen Entwicklung danach alle Institutionen der DDR aufgelöst wurden, so auch der „Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter“ (VKSK) , waren formell auch alle „Spezialzuchtgemeinschaften“ (SZG) und deren „Sparten“ (Vereine) aufgelöst. Als 1.Vorsitzender beantragte ich daher noch 1989 beim Stadtbezirksgericht Berlin-Mitte in der Littenstraße die Eintragung in das dortige Vereinigungsregister mit dem Namen „Windhundzucht- und Rennverein Berlin“ in Anlehnung an die „Sparte Wind-und Rennhundezüchter Berlin“ des VKSK . Der Verein erhielt am 16. Mai 1990 seine Urkunde, die die Nummer 152 trägt. Dieses Vereinigungsregister wurde dann wenige Monate später vom Amtsgericht Berlin-Charlottenburg übernommen. Am 25. März 1990 fand in Bitterfeld die Gründungsversammlung des „Windhundverbandes der DDR“ statt. Hier wurden die Weichen für den Anschluss der DDR-Vereine an den DWZRV gestellt. Da der DWZRV damals eine Monopolstellung für die Zucht aller Windhundrassen besaß und er diese Monopolstellung selbstredend nicht aufgeben wollte, machte der DWZRV es zur Bedingung, dass alle DDR-Vereine auf die Abteilung Zucht in ihren Satzungen und bei allen ihren Aktivitäten verzichten müssten. Der „Windhundverband der DDR“ oder auch die einzelnen Vereine hätten auch außerordentliche Mitglieder des VDH werden können. Die Vereine sahen jedoch keine Gründe, die gegen einen Beitritt zum DWZRV sprachen und so schlossen auch wir uns dem DWZRV bedingungslos und man muss sagen, auch mit Freuden an. Außerdem war die Situation so, dass fast alle Züchter der ehemaligen Sparte den Verein verlassen hatten und bereits Mitglieder des DWZRV waren. Die Mitgliederzahl des Vereins verringerte sich innerhalb weniger Wochen von ehemals ca.130 auf unter 60. Durch den Verzicht auf die Abteilung Zucht des Vereins wurde eine Neugründung notwendig. Dies geschah wie oben erwähnt am 4. Januar 1991. Bleibt in Folge immer noch die Frage, wann wurde denn nun eigentlich die „Sparte“ gegründet ? Fest steht, dass es die bereits lange vor 1973, dem Jahr der Gründung des BWR gab. Blicken wir weit zurück bis zu Beginn der 50er Jahre. Nach dem 2. Weltkrieg vergingen natürlich einige Jahre, in denen die Menschen in erster Linie an ihr eigenes Überleben zu denken hatten und es war fast undenkbar, dass sich jemand einen Rassehund hielt und diesen durchfütterte, wo jeder selbst nichts mehr zu Futtern hatte. Und doch muss es einige Windhundfreunde gegeben haben, die diese schlimme Zeit mit ihren Hunden durchgehalten haben. Es dauerte bis zum Anfang der 50er Jahre, bis sich die Windhundfreunde in und um Berlin wieder gefunden und organisiert hatten. Der verstorbene Kurt Schulz zeigte mir einmal ein Foto, auf dem, vor Spalier stehenden hunderten Zuschauern, zwei Barsois auf einer Pflastersteinstrasse um die Wette liefen. Im Hintergrund waren noch Ruinen und hohe Trümmerberge zu sehen. Charlotte Breddermann ist im Besitz einer Urkunde, die mit: „Verband der Rassehundevereine von Groß-Berlin“, Karlshorst 1952, signiert ist. Eine andere Urkunde, die einer ihrer Barsois damals bekam, stammt aus dem Jahr 1955 und ist mit: „Spezialzuchtgemeinschaft Wind- und Rennhunde“ signiert und ist unterschrieben mit: Kutzenberger, Geschäftsführer. Herr Kutzenberger war Greyhoundzüchter des Zwingers „vom Höllenbusch“ aus Blankenfelde bei Berlin. Horst Bülter recherchierte im Internet und in der Redaktion der Zeitschrift „Der Hund“. „Der Hund“ wurde vom „Deutschen Bauernverlag“ gedruckt, der zu DDR-Zeiten auch die „Deutsche Bauernzeitung“ heraus gab. „Der Hund“ war ein offizielles Organ des VKSK, wenngleich ab 1956 fast nur noch über Dienst- und Gebrauchshunde berichtet wurde, die im Dienste von Polizei, Zoll oder den Grenztruppen standen. Der Bauernverlag und der VKSK-Zentralvorstand waren Nachbarn, beide Institutionen befanden sich unter dem gleichen Dach. Die Hoffnung, dass es eventuell noch ein Archiv gibt, blieb leider unerfüllt. Horst erhielt die Auskunft, dass nach Liquidierung des VKSK auch dessen Archiv aufgelöst wurde. Bis auf unbedeutende Reste soll dieses Archiv verschollen sein. Nachfolgend einige Ergebnisse seiner Recherchen in der Zeitschrift „Der Hund“. Jahrgang 1952/Heft 2,S.48: Der Leipziger Rennverein teilt mit, dass er regelmäßiges Training auf einer 300m Grasbahn aufgenommen hat. Heft 5, S.144: Die „Renngruppe Berlin“ wird erwähnt und gebeten in Leipzig zu trainieren, weil Berlin keine Rennbahn hat. Heft 6,S.176: Der „Berliner Windhund-Rennverein“ ??? wird im Zusammenhang mit einem Rennen in Cottbus erwähnt, an dem er aber nicht teilgenommen hat. Jahrgang 1953/Heft 6, S.225: Am 18.4.1953 beschließt die Jahreshauptversammlung der SZG Wind- und Rennhunde in Leipzig, dass jedes Mitglied der SZG auch Mitglied einer Ortsgruppe des VKSK sein muss. Die Berliner Renngruppe zog am 28.9.1952 ein Werberennen um das „Grüne Band von Blankenfelde“ über 250m. Hauptrennleiter: Erich Knothe. Heft 7/S.277: Die Berliner Renngruppe zeigt am 7.6.1953 bei einem Volksfest auf der Trabrennbahn in Karlshorst 4 Windhundrennen. Heft 9/S.348: Die Renngruppe Berlin zeigt am 16.8.1953 ein Werberennen auf der Trabrennbahn Karlshorst. Jahrgang 1955/Heft 4, S. 123: Die Renngruppe Berlin zieht am 24.4.1955 in Potsdam das 1. Rennen des Jahres. Am 26.3.1955 tritt das „Statut des Bezirksvorstandes Berlin des VKSK in Kraft. Jahrgang 1956/Heft 10, S.4: Ganzseitiger Artikel über ein „Gesamtdeutsches Windhundrennen“ in Leipzig. Stimmungsbericht mit positiven Äußerungen über den Windhundsport in der DDR seitens Teilnehmern aus der BRD. Keine Angaben über Veranstalter, Organisation ö. ä. . Am 22./23.11.1959 wurde der „Zentralvorstand“ des VKSK gegründet. Er fasste die bis dahin in der DDR bestehenden Vereine, bzw. Ortsgruppen zusammen und erließ Regeln für die einzelnen Spezialorganisationen. Angeschlossen wurden auch die Rassehundezüchter, so auch die SZG Wind- und Rennhunde, die wiederum Dachorganisation für die lokalen „Sparten“ war. Der praktische Rennbetrieb wurde von diesen Sparten organisiert. Ergebnis der Recherchen ist, dass der VKSK mindestens seit 1953 existierte und das es schon davor die SZG-en gab. Gleichwohl veranstalteten die Berliner aus beiden Teilen der Stadt und die Windhundfreunde aus der Umgebung weiterhin gemeinsame Windhundrennen, bis zum Mauerbau 1961. Danach gab es im Westteil der geteilten Stadt nur noch die DWZRV-Mitglieder und im Ostteil und im Bezirk Potsdam und in der übrigen DDR nur noch Mitglieder der SZG-en und der Sparten des VKSK. In Berlin-West organisierten sich die DWZRV-Mitglieder später in der Landesgruppe Berlin, der bis zur JHV im März 1967 Frau Breddermann vorstand. Danach war Claus E. Paradzik Vorsitzender der Landesgruppe, bis er 1974 Präsident des DWZRV wurde und Frau Katharina Haberkorn dieses Amt übernahm. Die Landesgruppe richtete bis zur Gründung des BWR 1973 alle Windhundveranstaltungen im Westteil Berlins aus. Günther Schultze übergab mir beim letzten Treffen der Rennvereine ein Bündel alter Veranstaltungsprogramme, die er seit 1964 gesammelt und bis jetzt aufbewahrt hatte. Das älteste Programm stammt vom „Tempelhofer Maifest“ auf der Trabrennbahn Mariendorf am 1. Mai 1964. Neben diversen Schaurennen wurde dann regelmäßig der „Wanderpreis Berlin“ ausgetragen. Innerhalb dieser Veranstaltung wurden zusätzliche Wanderpreise vergeben. So erhielt 1968 „das schnellste Whippet“ den Wanderpreis „Bär von Berlin“, der vom Regierenden Bürgermeister gestiftet war und der tagesschnellste Afghane erhielt den „Folkwang- Wanderpreis“. Letzterer war ein aus Holz geschnitzter Afghanenkopf, der von Frau Margot Dittmann gestiftet war. Später entwickelten sich aus dieser Veranstaltung die „Internationalen Berliner Meisterschaften“. Ein Höhepunkt für die Landesgruppe war sicherlich die Jubiläumsveranstaltung anlässlich der 75-Jahr-Feier des DWZRV, die mit einem Jubiläumsrennen am 24.und 25. Juni 1967 gekrönt wurde. Am Start waren 71 Hunde. Ein weiteres Glanzlicht in der Geschichte des BWR und auch des zweiten West-Berliner Vereins, der 1974 von Herrn Paradzik gegründet wurde, war im September 1980 die Ausrichtung des „UICL- Europa-Sieger-Rennens“. Dieses Rennen wurde an zwei Tagen ausgetragen. Am Samstag war der eben erwähnte zweite Berliner Verein, der WRC „Berliner Bär“ verantwortlich und am Sonntag, den 14. September, der BWR. Noch heute kommen die Dabeigewesenen ins schwärmen, wenn sie an diese großartige Veranstaltung denken. Damals war West-Berlin, als Inselstadt inmitten der DDR, windhundmäßig wirklich einmal richtig international. Wann genau im Ostteil Berlins, der Hauptstadt der DDR, oder im Umland erste Rennen statt fanden, muss noch weiter recherchiert werden. Als ich 1978 der „Sparte Wind- und Rennhundezüchter Berlin“ beitrat, fanden bereits einige Jahre lang Rennen im Innenraum des Pferdgeläufes der Trabrennbahn Berlin-Karlshorst statt. Vorsitzender der Sparte war damals Manfred Damm, Rennleiterin war Helga Martin. Kurt Schulz hatte sich bereits aus dem Vorstand zurück gezogen und hielt gelegentlich ein Referat über richtiges Rennhundtraining ab. In den Versammlungen der Sparte habe ich gehört, dass die Sparte, bevor sie in Karlshorst ihre Rennen zog, sehr oft umgezogen ist. Mehrfach fanden Rennen und Trainings auf der Galopprennbahn in Hoppegarten statt oder zwischendurch auch im Innenraum der Radrennbahn in Berlin-Weißensee. Während die „Sparte Leipzig“ alljährlich für die Ausrichtung des „DDR-Siegerrennens“ verantwortlich war, führte traditionell die „Sparte Berlin“ jedes Jahr das „DDR-Winhund-Derby“ durch. Weitere Titelrennen in der DDR waren das „SZG-Siegerrennen“und das VKSK- Siegerrennen, die rotierend jedes Jahr einer anderen Sparte vom Obmann der SZG Wind- und Rennhunde und vom Hauptrennleiter zugeordnet wurden. Rennen ohne Titelvergabe, aber trotzdem sehr reizvoll, waren beispielsweise das „Inselfest –Rennen“ in Potsdam, der „Preis des Magdeburger Reiters“, das „Laternenfest-Rennen“ in Halle, oder das Rennen um den „Stendaler Rolandpokal“, das es heute noch gibt. Aber kehren wir noch einmal zurück zu den Recherchen In der Zeitschrift „Der Hund“. Nicht in das Bild passt die Erwähnung eines „Berliner Windhund-Rennvereins“ in Heft 6, S.176 des Jahrgangs 1952. Kann das ein Irrtum der Redaktion oder des Autors sein? Ich nahm zunächst an, Ja ! Danach ist jedenfalls nur noch von der „Berliner Renngruppe“ die Rede. Während meiner Recherchen habe ich aber erfahren, und Frau Haberkorn hat mir das auch bestätigt, gab es nach dem Krieg seit 1947 eine „Art“ Verein, mehr ein Zusammenschluss von Windhundsportfreunden, die u.a. auf der Pferderennbahn in Berlin- Ruhleben trainierten, die es damals dort gab. Dieser „Verein“ wurde von ihr und ihrem Mann Siegfried ins Leben gerufen, war aber nie im Vereinsregister eingetragen. Diese Gruppe trainierte bis ca. 1952, bis Herr Haberkorn aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Dieser „Verein“ ist dann „eingeschlafen“. Es ist anzunehmen, dass der Autor des Berichtes diesen „Verein“ meinte, der aber für unsere Gründung nicht relevant ist. Bereits kurz nach dem Mauerbau wurde der VKSK von der SED-Parteiführung beauftragt, seine SZG-en, zu untergliedern. Dort wo es genügend Windhundzüchter oder Besitzer gab, entstanden die „Sparten Wind- und Rennhundezüchter“ mit dem jeweiligen Namen ihrer DDR-Bezirke. Birgit Piesik erzählte mir, dass sie als junge Frau 1965 der Berliner Sparte beitrat. Somit ist durch eine Zeitzeugin bewiesen, dass es die Sparte Berlin im Jahr 1965 schon gab. Ferner folgere ich, dass die Führung der DDR den Prozess der Spartenbildung nach 1961 möglichst schnell abschließen wollte, sodass man annehmen kann, dass der erste wirkliche Berliner Windhundrennverein, die „Sparte Wind- und Rennhundezüchter Berlin“ war, die vermutlich 1962 gegründet wurde. Leider ist ein früheres Datum nicht nachweisbar und so müssen wir bis zu unserem 50. Vereinsjubiläum noch sieben Jahre warten. Wir würden uns sehr freuen und wären sehr dankbar, wenn jemand aus der Leserschaft weitere Auskünfte zur Berichtigung oder Präzisierung dieses Beitrages geben kann. Falls sie etwas wissen oder noch Unterlagen aufbewahren, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung. Aber bis dahin gilt: Die erste Gründung eines Berliner Windhundvereins e.V. fand 1962 statt. Für ihre Mithilfe danken wir:  
Frau Charlotte Breddermann Frau Katharina Haberkorn Frau Birgit Piesik Frau Marianne Paradzik Herrn Günther Schultze Herrn Horst Bülter
Entstehung